Content-Dschungel Social Media: Worauf es in welchem Netzwerk ankommt

Content-Dschungel Social Media: Worauf es in welchem Netzwerk ankommt

Gastbeitrag von Philipp Reittinger, ZweiDigital

Die Evolution der sozialen Medien, hin zu einem bunten Dschungel aus unterschiedlichen Inhalten und Formaten auf zahlreichen Plattformen, hat gerade in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Mehr denn je stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Zielgruppen mit den richtigen Stories zu erreichen und dabei aktuelle Entwicklungen und Trends im Blick zu behalten. Welcher Content in welchem Kanal gerade besonders gut funktioniert, erklärt Philipp Reittinger, Geschäftsführer und Mitgründer von ZweiDigital.

1. Der Platzhirsch: Facebook

Obwohl es inzwischen zahlreiche Mitbewerber mit wachsenden Reichweiten gibt, ist Facebook noch immer das größte soziale Netzwerk der Welt: Die tägliche Nutzerzahl umfasst ca. ein Fünftel der Weltbevölkerung. Das Alter der Kern-Zielgruppe hat sich mit den Jahren stark verändert, gerade da jüngere Nutzer:innen zu anderen Plattformen “abwandern”. Heute erreichen Posts, Stories, Live-Streams und Gruppen auf Facebook eher Personen im Alter von 25-54 Jahren.

Da die meisten Nutzer:innen auf Facebook ihren Feed beobachten, lohnt es sich genau hier Inhalte zu platzieren. Auf zu viel Text sollte sowohl im Rahmen von Grafiken und Visuals als auch Videos grundlegend verzichtet werden. Videos im Hochformat eignen sich besonders gut, um den Bildschirm des Smartphones, auf dem die meisten Nutzer:innen ihre Feeds sehen, vollkommen auszufüllen. Bei Bildern empfiehlt sich eine subtile Animation, um aus der Masse hervorzustechen.

Facebook Stories wiederum können zielgerichtet für persönliche Einblicke in das Unternehmen oder zur Platzierung von Anzeigen genutzt werden. Da Stories nur einige Sekunden lang sind, sollten diese wie bei Facebook nicht zu viel Text enthalten. Ist ein Unternehmen auf Facebook und Instagram aktiv, können Stories auch automatisch auf der jeweils anderen Plattform gespiegelt werden, ohne dass ein separater Upload erfolgen muss.

2021 nutzten immer mehr Marken Facebook als Schnittstelle für den Kundenservice und die allgemeine Kundenkommunikation. Hier spielt insbesondere der Messenger eine zentrale Rolle, da er durch seine vielseitigen Funktionen die Kontaktaufnahme zu Unternehmen vereinfacht. Es ist wahrscheinlich, dass sich dieser Trend bestätigt – und etwa die After-Sales-Kommunikation ein zentraler Faktor bei der Facebook-Nutzung von Unternehmen sein wird.

2. Für Kreative: Instagram

Ebenfalls aus dem Hause Meta (zuvor Facebook) stammt das derzeit zweitgrößte, soziale Netzwerk der Welt. Bei Instagram tummelt sich eine Community, deren Alter sich hauptsächlich zwischen 18 und 34 bewegt. Die Nutzer posten mit Vorliebe Bilder, aber auch bildschirmfüllende Videos in Stories, entsprechend der vorwiegenden Nutzung auf dem Smartphone, im Hochformat.

Auch für Instagram gilt es, auf viel Text zu verzichten. Videos für Insta-Stories können wiederum locker und spontan erstellt werden. Da das wichtigste Kriterium für Instagram die Persönlichkeit ist, zeigen jegliche Creatives bestenfalls etwas, das Schlüsse zu echten Werten des Unternehmens zulässt bzw. diese einhält. Auch auf Instagram sind Stories zeitlich begrenzt. Der Trend zeigt jedoch, dass Stars und Influencer:innen längere Inhalte auf einzelne 15-Sekunden-Schnipsel aufteilen – ein Vorgehen, dass auch Marken für Ihre Kommunikation auf Instagram nutzen können.

3. Die junge Generation: TikTok

Wilde Tanzeinlagen, Lip-Syncs und die Nachahmung zahlreicher, viraler Clips mit Hinterlegung der Original-Tonspur auf eigens erstellte Videos: unterhaltsame Inhalte sind die Grundidee von TikTok. Unter allen sozialen Netzwerken ist die Video-Plattform diejenige, der Experten für das nächste Jahr den größten Schub attestieren.

TikTok nutzt ausschließlich Videos im bildschirmfüllenden Hochformat, da die gesamte Plattform auf mobile Nutzung ausgerichtet ist. Über die Oberfläche lassen sich zusätzliche, kurze Texthinweise ergänzen. Die Zielgruppe des Netzwerks ist mit 14-24 Jahren eher jung. Inhalte können entsprechend einen spontanen und unterhaltenden Charakter haben. Generell sind alle Videos, die Nutzer:innen über die Plattform teilen, maximal 60 Sekunden lang.

Gerade, um sich für junge Talente in Stellung zu bringen, kann sich eine TikTok-Präsenz für Unternehmen lohnen. Musik spielt hier eine wichtige Rolle, doch Vorsicht: Immer mehr Musik darf explizit nicht gewerblich genutzt werden. Dies ist jedoch kein Grund, auf TikTok zu verzichten – gerade weil die Plattform für viele Marken noch eine grüne Wiese ist und sie hier mit kreativen Inhalten experimentieren können.

4. Gespräche unter Profis: LinkedIn

Das Networking-Tool für alle Berufstätigen, sowie Fach- und Führungskräfte erreicht vor allem potentielle Großkunden, Auftraggeber und Geschäftspartner. Die Haupt-Zielgruppe weist dadurch ein Durchschnittsalter zwischen 20-49 Jahren auf. Die beliebtesten Creatives, die auf LinkedIn eingesetzt werden, sind Fotos und Videos.

Da das Netzwerk sich auf die Desktop-Nutzung spezialisiert, mittlerweile aber auch die mobile Nutzung etablieren möchte, gestalten Sie die Inhalte bestenfalls im üblichen 16:9-Format oder in quadratischer Form. Content für LinkedIn weist stets einen professionellen Charakter auf, um die Personal Brand zu stärken oder das eigene Netzwerk auszubauen.

5. Für Sammelwütige: Pinterest

Hier dreht sich alles um das Teilen von Ideen. Im endlosen Feed, der durch das stetige Anschneiden weiterer Inhalte am unteren Bildschirmrand beim User dafür sorgt, weiter zu scrollen, werden hauptsächlich Bilder genutzt. Videos sind möglich, sollten aber vermieden werden. Die Userbase von Pinterest ist hauptsächlich weiblich und zwischen 18-24 Jahren alt.

Visuals müssen bei Pinterest, trotz Desktop- und mobiler Nutzung, stets im Hochformat gewählt werden. Dadurch wird das Anschneiden des Bildes für den endlosen Feed erst ermöglicht. Da Pinterest vor allem vom Teilen entdeckter Ideen lebt, müssen Unternehmen hier zudem einen kreativen Ansatz wählen. Die Nutzer:innen teilen Anleitungen, Erklärungen und Moodboards nur, wenn diese wirklich hilfreich sind und guten Input liefern.

Pinterest entwickelt sich aktuell von einer Plattform mit Fokus auf visuelle und kreative Inspiration zu einer ernstzunehmenden E-Commerce Plattform weiter. Verschiedene neue Formate erlauben es Unternehmen, ihren Produktkatalog in organischen und bezahlten Beiträgen zu platzieren. Beispielsweise können Werbetreibende ihre Produkte mittels Kollektions-Anzeigen im Feed präsentieren und mit einem direkten Link zum Webshop versehen.

Fazit: Social Media ist vielseitig, Unternehmen sollten das auch sein

Ist man sich der eigenen Zielgruppe bewusst und schaut auf aktuelle Entwicklungen, Trends und Nachrichten, dann ergeben sich daraus meist die ein oder zwei Netzwerke, auf denen man zielführend werben kann. Natürlich ist die Themenfindung ein gesonderter Prozess, der sich durch aufmerksame Beobachtung der gewählten Plattformen größtenteils automatisiert.

Das Spektrum an möglichen Themen ist breit – neben aktuellen News und strategisch wichtigen Inhalten können etwa auch Einblicke in den Unternehmensalltag, für das jeweilige Netzwerk individuell aufbereitet, interessant für die Community sein.

Was Design und Formate betrifft, müssen Vorgaben und Linien nicht immer strikt eingehalten werden. Gerade gewagte und hervorstechende Inhalte, basierend auf Trends, die zum Unternehmen passen, sorgen für Aufmerksamkeit. Gleichwohl gibt es Grundregeln, an die sich Marken im Sinne der User Experience halten sollten.

Bestenfalls dient dieser Beitrag als Inspiration für bunte und spannende Inhalte, die auffallen. Und spiegelt damit genau das wider, wofür soziale Medien und Unternehmen stehen sollten: Einfallsreichtum, Kreativität und Vielfalt.

Über Philipp Reittinger

Philipp Reittinger ist Geschäftsführer von ZweiDigital und absoluter Social-Media-Profi. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt baute er zunächst den Bereich App-Marketing bei Shopgate auf und verantwortete bei Vier für Texas das Thema Performance Marketing, ehe er mit Andreas Arndt 2018 ZweiDigital gründete. Die Social-Ads-Agentur ZweiDigital aus Frankfurt entwickelt für Kund:innen wie Connox, Waterdrop, Longines und SportSpar individuelle Performance-Kampagnen auf Facebook, Instagram, LinkedIn, Pinterest und TikTok.

Über ZweiDigital

ZweiDigital ist ein junges Team aus Social-Ads-Expert:innen mit Sitz im Herzen von Frankfurt. Die Mission der Agentur, die 2018 von Philipp Reittinger und Andreas Arndt gegründet wurde: die Sichtbarkeit von Marken und Unternehmen aus dem B2B- und B2C- Umfeld im Rahmen performanter Kampagnen auf Facebook, Instagram, LinkedIn, Pinterest und TikTok stärken und auf diese Weise messbar zu ihrem Business-Erfolg beitragen. ZweiDigital beschäftigt bereits zwei Jahre nach der Gründung 17 Mitarbeiter:innen und arbeitet für Kunden wie Connox, Waterdrop, Longines und SportSpar. Im vergangenen Jahr gelang es ZweiDigital, seinen Umsatz um 340 Prozent zu steigern.

Abbildungen zur Verfügung gestellt von ZweiDigital.

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